Lernen wie im echten Leben: Eine Klasse der Georg-Goldstein-Schule führt „Klassenunternehmen“ mit Erfolg und wird zu einem Vorbild für andere Schulen.

Seit dem vergangenen Schuljahr beschreitet die Klasse W2a der Georg-Goldstein-Schule in Bad Urach neue Wege des Lernens. Im Rahmen des Projekts „Klasse als Betrieb“ verwandelt sich der Klassenraum in ein Unternehmen, in dem Selbstständigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Teamarbeit im Mittelpunkt stehen.

Die Schülerinnen und Schüler übernehmen dabei eigenständig verschiedene Abteilungen mit klar definierten Aufgaben – ganz nach dem Vorbild eines realen Betriebs. Ob Buchhaltung, Eventmanagement oder Organisation: Planung, Umsetzung und Verantwortung liegen vollständig in den Händen der Jugendlichen. Die Klassenlehrkräfte, Frau Stark und Herr Wagner, begleiten den Prozess unterstützend und beratend, greifen jedoch nicht lenkend ein. So sammeln die Schülerinnen und Schüler wertvolle Praxiserfahrungen, lernen aus eigenen Entscheidungen und entwickeln wichtige Kompetenzen für ihren weiteren Lebensweg.

Ein besonderes Highlight war die Organisation eines eigenen Verkaufsstands auf dem Weihnachtsmarkt in Bad Urach kurz vor den Feiertagen. Von der Auswahl der Speisen und Getränke über die Aufgabenverteilung bis hin zur Durchführung vor Ort meisterte die Klasse alle Schritte selbstständig. Mit Schokofrüchten, Crêpes und Punsch begeisterten die Jugendlichen zahlreiche Besucherinnen und Besucher. Der erwirtschaftete Erlös floss direkt in die Finanzierung der anschließenden dreitägigen Klassenfahrt nach Köln – ebenfalls vollständig von der Klasse geplant und organisiert. Auf dem Programm standen unter anderem der Besuch des Kölner Doms, 3D-Minigolf sowie eine Führung durch das Schokoladenmuseum.

Das Projekt zeigt, welches Engagement, welcher Fleiß und welches Verantwortungsbewusstsein in den Schülerinnen und Schülern steckt, wenn ihnen Vertrauen und Verantwortung übertragen werden. Gleichzeitig stärkt es den Klassenzusammenhalt und vermittelt praxisnahe Kompetenzen für Schule, Beruf und Zukunft.

Diese erfolgreiche Projektarbeit wurde nun auch offiziell gewürdigt: Die Georg-Goldstein-Schule wurde als Projektschule für das Innovationslabor Berufliche Schulen ausgewählt. Ziel dieses Programms ist es, innovative Konzepte an beruflichen Schulen auszuzeichnen und weiterzuentwickeln. Für das Projekt „Klasse als Betrieb“ erhalten die beteiligten Lehrkräfte, Frau Stark und Herr Wagner, gezielte Förderung und zeitliche Ressourcen, um das Konzept weiter auszubauen und perspektivisch auf andere Klassen zu übertragen.

Damit wird die Georg-Goldstein-Schule zu einem Vorbild im Landkreis. Die betreuenden Lehrkräfte werden den Aufbau und die Umsetzung des Projekts sowie ihre Erfahrungen künftig auch anderen Schulen vorstellen und so zur Weiterentwicklung innovativer Bildungsarbeit beitragen.

Simon Wagner / swp