Exkursion nach Dachau
Am 17. Juni 2026 fuhren 106 Schülerinnen und Schüler des kaufmännischen Berufskollegs, des Berufskollegs Fremdsprachen und der zweijährigen Berufsfachschule Wirtschaft der Georg-Goldstein-Schule Bad Urach mit ihren Lehrkräften zur Gedenkstätte Dachau bei München.
Anlässlich der derzeitigen Herausforderungen, denen unsere Demokratie gegenübersteht, bot diese Ausfahrt Zeit und Raum, sich insbesondere auch mit dem Schicksal von Menschen auseinanderzusetzen, die Opfer politischer Verfolgung wurden.
Im Lager Dachau war ein Großteil der ersten Insassen dieser Zielgruppe zugehörig. Aufgeteilt in drei Führungen mit einer Zeitdauer von jeweils zwei Stunden, wurden die Schülerinnen und Schüler sehr anschaulich mit Bildmaterialien, Texten und überlieferten Berichten über Einzelschicksale im Lager Dachau informiert.
„Arbeit macht frei“ – die bittere Ironie dieser Inschrift am Eingangstor stand zu Beginn der Führung im Mittelpunkt. Den Häftlingen wurde schnell bewusst, dass die Versprechen und die Propaganda der Nationalsozialisten auf Lügen beruhten. Ein Insasse brachte diese Erkenntnis in einem im Lager verfassten Gedicht eindringlich zum Ausdruck und schloss mit den Worten, dass auf den Toren eigentlich „Tod macht frei“ stehen müsste.
Vom Eingangstor des Lagers über den Appellplatz, vorbei an den noch stehenden Baracken, zu Krematorium und Gedenkstätte, folgte der Gang mit Halt an zentralen Punkten dem Weg vieler Insassen. Dabei wurde insbesondere deutlich, welchen Repressalien und welcher Willkür diese ausgesetzt waren.
„Zum Essen gab es nie genug“. Diese Aussage zeigte, wie gezielt die Insassen gefügig gemacht wurden. Selbst nach der Befreiung des Lagers starben noch Menschen an den Folgen von Hunger und Durst.
Mutige Versuche Einzelner, sich gegen die Unterdrückung zu stellen und Zivilcourage gegenüber Mithäftlingen zu zeigen, sind historisch belegt. Auch Widerstandskämpfer wie Georg Elser waren in Dachau inhaftiert.
Nach Ende der Führung gab es noch genügend Zeit, das Museum und den „Bunker“, das Gefängnis des Lagers, auf eigene Faust zu erkunden. Offene Fragen konnten durch Austausch und Gespräche geklärt werden.
Insgesamt lernten viele Schülerinnen und Schüler zu schätzen, was es heißt, in einem demokratisch regierten Land leben zu dürfen, in dem die Grundbedürfnisse und Grundrechte gesichert sind.


